Einleitung

Wir sind Schülerinnen und Schüler der 11. Jahrgangsstufe unserer Schule und nehmen derzeit am Projektseminar Physik teil. Unser Seminar ist ein ganzjähriges schulisches Projekt, das von uns eigenständig geplant, durchgeführt und dokumentiert wird.

Inhaltlich befasst sich unser Projekt mit dem Themenbereich Energie. Im Fokus steht die kritische Untersuchung sogenannter Free Energy Geräte, die im Internet häufig als funktionstüchtig dargestellt werden. Darunter versteht man Konstruktionen, die angeblich mehr Energie erzeugen, als ihnen zugeführt wird. Häufig wird dabei behauptet, diese Geräte könnten dauerhaft Energie liefern, ohne dass eine externe Energiequelle notwendig ist.

Ein typisches Beispiel dafür ist das Konzept eines Perpetuum mobile – einer Maschine, die einmal in Bewegung gesetzt wird und anschließend ohne weitere Energiezufuhr unbegrenzt weiterlaufen soll.

Ziel unseres Projekts ist es, solche Free Energy Geräte nachzubauen und mithilfe physikalischer Grundlagen zu untersuchen. Dabei möchten wir zeigen, dass eine unbegrenzte Energieerzeugung nach den bekannten Naturgesetzen nicht möglich ist.

Typische Beispiele für „Free Energy Geräte“

Im Internet kursieren zahlreiche Videos und Bauanleitungen. Besonders häufig finden sich (vgl. Bilder):

  • Magnetmotoren
  • Selbstlaufende Generatoren
  • Überunity-Schaltungen

Ein Beispiel für einen angeblichen Magnetmotor:

Diese Geräte wirken auf den ersten Blick plausibel, da sie sich scheinbar ohne Energiezufuhr bewegen. Bei genauer Analyse zeigt sich jedoch, dass:

  • versteckte Energiequellen vorhanden sind (z. B. Batterien)
  • Messfehler auftreten
  • physikalische Prinzipien falsch interpretiert werden

 

 

Quellen: [1, 2, 3, 4, 5] (siehe unten)

Versuchsaufbau und Durchführung

Für die experimentelle Untersuchung wählen wir mehrere konkrete Beispiel eines „Free Energy Geräts“ von YouTube Videos aus und rekonstruieren diese möglichst originalgetreu anhand verfügbarer Bauanleitungen (meist mittels der Videos selbst, siehe Quellen)).

Beim Aufbau achten wir besonders auf:

  • verwendete Materialien und Bauteile
  • genaue Anordnung der Komponenten
  • mögliche versteckte Energiequellen

Anschließend haben wir getestet, ob die Geräte tatsächlich wie im Video funktionieren. Dabei haben wir beispielsweise überprüft,

  • ob eine Lampe leuchtet
  • ob sich ein Motor dreht
  • oder ob ein anderer gezeigter Effekt eintritt

Die Ergebnisse haben wir dokumentiert und anschließend mit den Aussagen aus den Videos verglichen. So konnten wir feststellen, ob sich die behaupteten Effekte tatsächlich nachbauen lassen.

Smashiges Cola Rad

Links/oben: unser Video. Rechts/unten: YouTube-Video.

Beschreibung:

Eine Fahrradfelge wird mit acht halb mit Wasser gefüllten Kunststoffflaschen ausgestattet, die am Rand befestigt sind. Die Felge ist auf einer kugelgelagerten Halterung montiert und kann frei rotieren. Nach einem Anschubsen dient der Aufbau zur Beobachtung der Wasserbewegung während der Drehung und zum Vergleich mit der behaupteten dauerhaften Energieerzeugung.

Im Original-Video wird gezeigt, wie sich eine Fahrradfelge, an der Cola-Flaschen möglichst gleichmäßig verteilt wurden, nach einmaligem Anschubsen ohne weitere Einflussnahme kontinuierlich weiterdreht. Durch die gleichmäßige Verteilung der fluiden Massen (hier: Cola-Flaschen), soll die Rotation des Rads von selbst weiter laufen. Da sich die Flüssigkeit scheinbar immer in Richtung der Rotation nachbewegt (Cola schwappt innerhalb der Flasche nach unten in Rotationsrichtung), soll der Impuls oben das Rad antreiben.


Allerdings kommt es auf der anderen Seite (=aufsteigende Seite) des Rads genau zum entgegengesetzten Effekt. Die Cola fällt innerhalb der Flaschen nämlich wieder zurück nach unten (entgegen der Rotationsrichtung). Durch diese Impulse entgegen der Rotationsrichtung bremst sich das Rad selbst aus Dem antreibenden Effekt auf der oberen/einen Seite des Rads wirkt nach dem Impulserhaltungssatz vollständig der ausbremsende Effekt auf der anderen/unteren Seite des Rads entgegen.

Ein weiterer Grund dafür, dass diese ewige Rotation des Rads nicht funktionieren kann, ist, dass es den physikalischen Gesetzen der Energieerhaltung widerspricht. Allgemein ist bekannt, dass Energie weder erschaffen, noch zerstört werden kann und auch nicht verloren gehen kann. Energie kann ausschließlich/ nur in andere Energieformen umgewandelt werden. Der Gesamtbetrag der Energie in einem abgeschlossenen System bleibt jedoch immer gleich

Eges = konstant

Ein Objekt besitzt aufgrund seiner Bewegung sog. Rotationsenergie. Diese ist abhängig von der Masse des Objekts und der Winkelgeschwindigkeit mit der es sich bewegt. 

ER = ½ · m · ω2 · r2

Damit das Rad sich also ewig weiterdreht, müsste immer Energie verfügbar sein, welche die Rotation des Rads möglich macht. Ein Teil der Rotationsenergie wird bei einer Bewegung aber aufgrund von Reibung/ Luftwiderstand in Wärme umgewandelt. Ein Großteil der Reibung wird von der Nabe des Rads verursacht und außerdem muss das Rad bei seiner Bewegung Luftteilchen verdrängen ("wegstoßen") um sich zu drehen. Durch diese Zusammenstöße auf Teilchenebene wird das Rad bei seiner relativ großen Oberfläche (—> viele Zusammenstöße auf Teilchenebene) abgebremst. Die Rotationsenergie in diesem System nimmt also stetig ab, womit auch die Bewegung des Rads mit der Zeit abnimmt (der Betrag der Gesamtenergie bleibt erhalten, nur in anderer Form, nämlich auch Wärme). Das wiederum bedeutet, dass nicht genug Energie in der nötigen Form vorliegt, um das Rad ewig zu drehen, weshalb es irgendwann stoppen muss. 

Um es nun im Video so aussehen zu lassen, als würde sich das Rad ewig weiterdrehen, sind immer wieder Impulse von "außerhalb" nötig, die das Rad bewegen. In diesem Video wurde vermutlich eine zweite Person benutzt, die das Rad immer an der Seite anschubst, die gerade nicht zu sehen ist. Es wird nämlich selektiv immer nur eine Hälfte des Rads gefilmt, während an der anderen weitergestoßen wird. In unserem nachgestellten Video kann man dies sehr gut erkennen.

Fazit/ Zusammenfassung: Das ursprüngliche Video zeigt ein Rad, dass sich aufgrund von fluiden Massen, welche einen Impuls erzeugen, unendlich weiterdrehen soll. Es würden hier physikalische Gesetze verletzt werden. Das Video kann also nicht der Realität entsprechen.

Aufbau


Super-Power Magnetsystem

Links/oben: unser Video. Rechts/unten: YouTube-Video.

Beschreibung:
Eine Spule aus Kupferdraht wird um eine Metallschraube gewickelt und mit einer Glühlampe über eine Klemmleiste verbunden. Beim Annähern oder Bewegen eines Permanentmagneten an der Spule wird durch elektromagnetische Induktion eine elektrische Spannung erzeugt, die die Glühlampe kurzzeitig zum Leuchten bringt. Der Aufbau dient zur Veranschaulichung der Umwandlung von Bewegungsenergie in elektrische Energie und des Prinzips der elektromagnetischen Induktion.

Im Original-Video wird eine Glühbirne gezeigt, die scheinbar nur mit einem gewickelten Kupferkabel (-> Spule) verbunden ist. Sie wird angeblich nur dadurch zum Leuchten gebracht, dass ein Ringmagnet auf die Spule gelegt wird.

Dadurch soll die benötigte Spannung (normal von einer Stromquelle) erzeugt werden.

Grundsätzlich kann mit Magneten tatsächlich elektrische Spannung erzeugt werden, wenn sich ein externes Magnetfeld innerhalb einer Spule ändert (Induktionsgesetz nach Faraday). Zum Beispiel ist das der Fall, wenn ein Magnet relativ zur Spule bewegt wird (siehe Skizze). Nur eine ständige Änderung des Magnetfelds in der Spule induziert wirklich Spannung, die länger genutzt werden kann.


Es wird zwar beim Weg- und Hinführen des Magneten einmalig eine minimale Spannung induziert, weil das Magnetfeld langsam mehr und mehr die Spule durchsetzt (—> Änderung), allerdings reicht diese nicht aus, um die Glühbirne zu betreiben. Spätestens wenn der Magnet in Ruhe auf der Spule liegt, ändert sich das Magnetfeld in der Spule aber nicht mehr und es wird keine Spannung induziert. Trotz dessen leuchtet die Lampe im Video aber genau dann, wenn sich das externe Magnetfeld nicht ändert sogar stark, was völlig unmöglich ist, weil dann kein Strom fließt. Der Verlauf der Helligkeitsintensität müsste also, wenn überhaupt, in Realität genau andersrum verlaufen (hell, wenn der Magnet ran-/weggeführt wird, wieder dunkel, wenn der Magnet zum Liegen kommt) als im Video gezeigt.

 

Auflösung:

Für eine ordentliche Spannungsinduktion müsste der Magnet bzw. die Spule hier entsprechend ständig bewegt werden und das passiert nicht. Damit ist die einfache Stromgewinnung durch einen Magneten ohne jeglichen Antrieb und dadurch entstehende "kostenlose" elektrische Energie, die das Original-Video zeigen wollte, offensichtlich Unsinn.


Wenn man genau darauf achtet, sieht man trotz Zeigen des Versuchs ab 07:00 im Video nie wirklich die obere linke Ecke des Bretts auf der Seite der Lampe. Sie wird immer zumindest durch die Hand verdeckt, sodass sich dort stromversorgende Kabel verstecken könnten, die die Lampe unter der grauen Unterlage mit einer verborgenen, richtigen Stromquelle verbinden. Im selben Moment, in dem das Brett in 07:13 im Video hochgehoben wird, sieht man außerdem, wie die Unterlage mitgezogen wird, was nur an den versteckten Kabeln liegen könnte. Das schwächer/stärker werdende Leuchten, das man im Video sieht, wenn der Magnet zur Spule ran- und weggeführt wird, könnte durch zusätzliche, nicht gezeigte Bauteile wie sog. Dimmer gefälscht werden. Auch Videoschnitte wie bei 05:55 im Original-Video machen das Ganze verdächtig, da in der Zwischenzeit ja etwas verändert worden sein könnte.

Fazit: Ein auf einer Spule liegender Magnet kann also nach dem Induktionsgesetz keine Spannung erzeugen, da keine ständige Änderung eines Magnetfelds in der Spule vorliegt. Die elektrische Energie für das Leuchten der Lampe scheint im Video von nichts zu kommen, aber Energie kann gar nicht erschaffen werden, sie muss schon vorhanden sein, z. B. als Bewegungsenergie, wenn der Magnet bewegt wird 

 

Eges = konstant

 

Das Video kann also nicht der Realität entsprechen

Aufbau


Super-Blade CD-Motor

Links/oben: unser Video. Rechts/unten: YouTube-Video.

Beschreibung:
Zwei Drahtspulen werden um gegenüberliegende Magnetringe geführt und über Rasierklingen als elektrische Kontakte mit einer Glühlampe verbunden. Die Spulen sind auf einer CD montiert, die als Träger für den Aufbau dient. Durch die Wechselwirkung von Magnetfeldern und den Spulen soll eine elektrische Spannung erzeugt werden, die die Glühlampe zum Leuchten bringt. Der Aufbau dient zur Untersuchung der Behauptung, dass mit einer geeigneten Anordnung aus Magneten und Spulen ohne äußere Energiezufuhr dauerhaft elektrische Energie erzeugt werden kann.

Im Original-Video wird gezeigt, dass mit einer CD, zwei Spulen, Rasierklingen und einem Magnetring elektrische Energie erzeugt werden kann, sodass eine Lampe dauerhaft leuchtet. Dabei entsteht der Eindruck, dass das Gerät ohne äußere Energiezufuhr selbst Strom produziert. Es behauptet vermutlich, dass die beiden Spulen zusammen mit dem Magnetring und den Rasierklingen einen geschlossenen Stromkreis bilden, der elektrische Energie erzeugt. Der Magnet soll kontinuierlich Strom liefern, indem das Magnetfeld des Magnetrings in den Spulen eine Spannung erzeuget, welche anschließend durch die Rasierklingen und die angeschlossene Lampe fließt, sodass die Lampe dauerhaft leuchtet.

Die Spulen sollen dabei die magnetische Energie des Magneten in elektrische Energie umwandeln. Dadurch entsteht der Eindruck, dass das Gerät ohne eine äußere Energiequelle ständig elektrische Energie liefern kann.

Grundsätzlich kann mit Magneten tatsächlich elektrische Spannung erzeugt werden. Dies geschieht jedoch nur, wenn sich das Magnetfeld relativ zur Spule ändert (siehe Induktionsgesetz nach Faraday):

Uind = −N · dΦ/dt

Nur eine ständige Änderung des Magnetfelds in der Spule induziert wirklich Spannung, die länger genutzt werden kann. Dieses Prinzip wird als elektromagnetische Induktion bezeichnet. Im gezeigten Aufbau bewegen sich Magnet und Spulen jedoch nicht gegeneinander. Der magnetische Fluss bleibt daher konstant, sodass keine elektrische Spannung erzeugt werden kann. Um erfolgreich Spannung zu induzieren, muss mechanische Arbeit (aktives Bewegen des Magneten) aufgewendet werden. 

Die erzeugte elektrische Energie käme dann aus der Bewegungsenergie, mit der der Magnet bewegt werden würde. Man kann also nicht mehr Energie erhalten, als man zuvor hineinsteckt. Das Gerät könnte deshalb niemals dauerhaft Strom erzeugen, ohne dass von außen Energie zugeführt wird. Um es nun im Video so aussehen zu lassen, als würde das Gerät selbstständig Energie erzeugen, könnte eine versteckte Energiequelle verwendet worden sein. Beispielsweise könnte die Lampe über ein verstecktes Kabel oder eine Batterie in der Lampenfassung versorgt werden. 

In unserem nachgestellten Video kann man dies sehr gut erkennen. 

Fazit/ Zusammenfassung: Das ursprüngliche Video zeigt einen Aufbau aus Magnetring und Spule, der ohne äußere Energiezufuhr elektrische Energie erzeugt. Es würden hier physikalische Gesetze verletzt werden. 

Das Video kann also nicht der Realität entsprechen


Spinnende Magnetscheibe

Links/oben: unser Video. Rechts/unten: YouTube-Video.

Beschreibung:
Eine kreisförmige Plexiglasscheibe ist mit mehreren gleichmäßig angeordneten Permanentmagneten ausgestattet und auf einem Kugellager frei drehbar gelagert. Vor der Scheibe befindet sich ein schwenkbar gelagerter halbmondförmiger Magnetträger, dessen Magnete entgegengesetzt zu denen der Scheibe ausgerichtet sind. Durch die magnetische Wechselwirkung zwischen der rotierenden Scheibe und dem beweglichen Halbmond lässt sich das Verhalten von Anziehungs- und Abstoßungskräften sowie deren Einfluss auf die Drehbewegung beobachten. Der Aufbau dient zur Untersuchung der Behauptung, dass sich mit einer geeigneten Magnetanordnung eine dauerhafte Rotation ohne äußere Energiezufuhr erzeugen lässt.

Im Original-Video wird gezeigt, wie sich eine runde Plexiglasscheibe, die mit gleich ausgerichteten Magneten besetzt ist, dauerhaft dreht, dadurch dass ein Halbkreisring, der mit entgegengesetzt ausgerichteten Magneten besetzt ist, herangeführt wird. Die Magneten auf dem Halbkreisring und die Magneten auf der Scheibe sollen sich gegenseitig abstoßen, indem sie mit dem gleichnamigen Pol zueinander zeigen. Es entsteht der Eindruck, dass die Scheibe dadurch kontinuierlich angetrieben wird.

Die Magnete auf dem Halbkreisring und der Scheibe stoßen sich zwar ab, aber bei der weiteren Rotation der Scheibe sind auch an gewissen Momenten ungleichnamigen Pole (Nord- und Südpol, rot und grün) nah aneinander, welche sich gegenseitig anziehen. Während sich die Magnete also gegenseitig abstoßen, ziehen sie sich an anderen Stellen wiederum an, sodass die abstoßende Kraft, welche die Scheibe antreibt, durch die anziehende Kraft, welche die Scheibe ausbremst, aufgehoben wird.

Beim Heranführen des Halbkreisrings wendet man zunächst Muskelkraft auf, um trotz der Abstoßung zwischen den Magneten den Halbkreisring an die Magnet-besetzte Scheibe zu setzen. Die hierbei zugeführte Energie wird in Bewegungsenergie (Rotation) umgewandelt und erklärt, weshalb sich die Scheibe zu Beginn in Bewegung setzt. Sobald der Halbkreisring allerdings eine feste Position an der Scheibe hat, wird keine zusätzliche Energie mehr zugeführt. Die vorhandene Bewegungsenergie der Rotation wird aufgrund von Luftwiderstand (Luft muss verdrängt werden), Reibung im Kugellager und innerem Materialverschleiß allmählich in Wärme umgewandelt. Daher steht die benötigte Bewegungsenergie für die Drehbewegung der Scheibe nicht dauerhaft zur Verfügung und die Scheibe müsste in der Realität langsamer werden und schließlich aufhören, sich zu drehen.

Die lange Drehung im Video könnte dadurch gefälscht worden sein, dass eine wirklich günstige Lagerung der Versuchsbestandteile erreicht wurde. So wurde vielleicht der Widerstand, der der Rotation normal entgegenwirkt, minimiert. Man sieht außerdem wie das Rad dennoch bei längerem Laufen langsamer wird.

Möglich wäre auch, dass ein Gebläse genutzt wurde, das die Scheibe außerhalb vom Video durch ständigen Luftstrom antreibt, was auch das laute Geräusch im Original-Video erklären würde. D Der gezeigte Versuch eines nur durch Magneten zur ewigen Rotation angetriebenen Kreisscheibe ist also unmöglich. Das Video entspricht nicht der Realität.

Aufbau


Physikalische Grundlagen

Die Beurteilung der Versuche basiert vor allem auf dem Energieerhaltungssatz. Er besagt, dass Energie weder erzeugt noch vernichtet, sondern nur in andere Energieformen umgewandelt werden kann. Die Gesamtenergie eines abgeschlossenen Systems bleibt konstant:

Egesamt = konstant

Ein Gerät kann daher nicht dauerhaft Energie abgeben, ohne dass ihm Energie zugeführt wird.

Außerdem gilt der zweite Hauptsatz der Thermodynamik. Bei jeder Energieumwandlung entstehen unvermeidbare Verluste, z. B. durch Reibung, Luftwiderstand oder Wärme. Deshalb kommt jede Bewegung ohne weitere Energiezufuhr schließlich zum Stillstand.

Bei mechanischen Systemen ist zudem die Impulserhaltung zu beachten. Eine dauerhafte Bewegung erfordert einen kontinuierlichen Energie- bzw. Impulseintrag. Flüssigkeiten oder Magnete können daher keine selbstständige Dauerdrehung erzeugen.

Magnete können Bewegungen auslösen, sind jedoch keine Energiequelle. Sie üben lediglich Kräfte aus und liefern ohne äußere Energiezufuhr keine dauerhafte Arbeit.

Für elektrische Versuche gilt das Induktionsgesetz nach Faraday:

Uind = −N · dΦ/dt

Eine Spannung entsteht nur bei einer Änderung des Magnetflusses, also durch die Bewegung von Magnet oder Spule. Die elektrische Energie stammt dabei aus der zugeführten mechanischen Energie und nicht aus dem Magneten selbst.

Insgesamt zeigen diese physikalischen Grundlagen, dass eine dauerhafte Energieerzeugung ohne äußere Energiezufuhr nicht möglich ist. Apparaturen, die dies behaupten, widersprechen den bekannten Naturgesetzen oder beziehen ihre Energie aus einer nicht erkennbaren Quelle.


Auswertung der Versuchsergebnisse

Nach der Durchführung der Versuche haben wir die beobachteten Ergebnisse ausgewertet und mit den Behauptungen aus den jeweiligen Videos verglichen.

Dabei zeigte sich, dass die nachgebauten Geräte die versprochenen Effekte entweder gar nicht oder nur teilweise erreichten. In einigen Fällen funktionierte der Aufbau zwar wie im Video dargestellt, jedoch ließ sich keine unbegrenzte Energieerzeugung feststellen.

Die beobachteten Effekte konnten durch bekannte physikalische Prinzipien erklärt werden. Teilweise waren zusätzliche Energiequellen erforderlich oder die gezeigten Ergebnisse beruhten auf Fehlinterpretationen der Funktionsweise.

Insgesamt konnten wir bei keinem der untersuchten Geräte nachweisen, dass mehr Energie erzeugt wird, als zugeführt wird. Die Ergebnisse stimmen somit mit den bekannten Naturgesetzen und dem Energieerhaltungssatz überein.

Fazit

Die Auswertung zeigt, dass bei keinem der untersuchten Geräte ein Energiegewinn nachgewiesen werden konnte. Die abgegebene Energie war stets kleiner oder gleich der zugeführten Energie, sodass kein „Überunity“-Effekt auftrat. Die Ergebnisse lassen sich durch bekannte physikalische Prinzipien sowie Messungenauigkeiten und Energieverluste erklären und bestätigen damit den Energieerhaltungssatz sowie den zweiten Hauptsatz der Thermodynamik.

Quellen

[1] Info Yourself, Electric Power Free Energy Generator With DC Motor 100% New Experiment Science Project at Home, https://www.youtube.com/watch?v=iaUt5GDqG5w, Abruf: 05.03.2026, 10:20 Uhr


[2] Hidden Technology, INFINITE ENERGY WITH MAGNETS – Free Energy With The Tesla Method, https://www.youtube.com/watch?time_continue=2&v=h1OQpc_LMZ4, Abruf: 05.03.2026, 10:25 Uhr


[3] Inova ou Inventa, Few People Know the Secret Function of CD! The Idea of Eternal Energy Saving, https://www.youtube.com/watch?v=9jx_PeswRdo, Abruf: 05.03.2026, 10:30 Uhr


[4] Mr. D, New Type Free Self-Running Motor from Magnet, https://www.youtube.com/watch?v=-jspm083CzY, Abruf: 05.03.2026, 10:35 Uhr


[5] Multi Electric, How to Make Free Energy Perpetual Motion With Coke Bottles DIY Experiment, https://www.youtube.com/watch?v=qYs1AZA1U4w, Abruf: 05.03.2026, 10:40 Uhr